12. Etappe Veldre - Ringsaker Kirke 12,5 Km
Nach dem langen Kanten gestern war ich ganz schön erschöpft und froh, dass heute nur eine vergleichsweise kurze Etappe geplant war.
Zu viert starteten wir gegen 9 am Konfirmandensaal in Veldre, einer wirklich schönen Herberge zur Selbstversorgung, um die vor uns liegenden Kilometer unter die Füsse zu nehmen. Nur wenige Schritte führten uns bis zur Veldre Kirke, die leider verschlossen war.
Die kleine angebaute Pilgerkapelle war auf und dort fand sich auch der begehrte Stempel für den Pilgerpass.
Eine ziemlich opulente Kirche mit angeschlossenem Gemeindezentrum hat sich die Gemeinde hier im Jahr 2000 gebaut. Von der Kirche an liefen wir einige Kilometer bei strahlendem Sonnenschein an der Straße entlang, bis der Weg leicht bergan in den Wald führte. Gut markiert war er und so folgten wir den Olavswegzeichen ohne allzu oft ins Handy schauen zu müssen. Gut, dass es immer wieder einmal etwas Schatten gab! Erstes Highlight auf dem Weg nach etwa 3,5 Kilometern war die Tokstadfurua-Kiefer. Es handelt sich hier um eine mehr als 500 Jahre alte Kiefer, in deren Schatten sich schon so mancher Pilger ausruhen durfte. Schon zur Zeit der Reformation in Norwegen wird dieser Baum erwähnt. Wir trugen die in der prallen Sonne stehende Picknickbank kurzerhand in den Schatten und hatten eine erquickliche Pause. Zwei sächsische Pilger, die mit dem Zelt unterwegs waren, machten kurz Station und gingen bald weiter. Ob ich ihnen wohl noch einmal begegne?
Unser Weg brachte uns zu einem nochmal etwa 3 Kilometer entfernten Museumshof. Das norwegische Pendand zu Astrid Lindgren, Alf Prøysen, hat hier wohl gelebt und es gibt ein lebendiges Museum mit vielen kleinen Bühnen, auf denen heute am Sonntag auch gesungen und gelacht wurde. Unser Ziel war das Café und das war um diese vormittägliche Zeit noch nicht sonderlich frequentiert. Es gab leckeren Kuchen und eine Kaffeeflatrate, das tat gut! Inzwischen war es schon ziemlich heiß und wir waren froh über das schattige Plätzchen auf der Terrasse. Ein letztes Mal saßen wir in dieser Runde womöglich zusammen, denn morgen werden sich unsere Wege trennen. Die beiden Hamburger werden bis Johannesgard laufen und Ricarda wird in Moelv den Zug nehmen und den Weg gen Heimat in Angriff nehmen, während ich in Ringen im Rehacenter ein Zimmer geordert habe.
Ich bin gespannt, wie es für mich dann bis Lillehammer weitergeht. Drei Tage werde ich ab morgen noch brauchen. Dann folgt eine dreitägige Pause, bevor sich das Töchterlein dazugesellt und wir das Gudbrandstal gemeinsam erobern.
Die letzten Kilometer heute verliefen erst auf Waldwegen mit Schotter und dann an der Straße immer leicht bergab bis nach Ringsaker, wo der nächste Meilenstein uns begrüßt. 455 Kilometer Til Nidaros. Morgen knacke ich die 200er Kilometermarke. Das ist schon krass, nach nicht einmal zwei Wochen!👍
In Ringsaker in der Pilgrimstua an der Kirche haben wir uns zu zweit eingemietet, Dennis und Julia sind noch gut zwei Kilometer weiter bis zum Campingplatz in Steinvik gelaufen. Morgen treffen wir uns dann zur letzten gemeinsamen Etappe.
Leider können wir die Kirche nicht besichtigen. Sie wird auch gerade repariert. Das kleine Pilgerdomizil liegt direkt am Friedhofseingang und ist ganz gemütlich. Nun muss ich, solange noch die Sonne scheint, meine Wäsche ein wenig durch die Seife ziehen und schon einmal vorsortieren, was alles an Gepäck nach Hause kann. Im Gudbrandstal werden wir mit dem Zelt unterwegs sein. Da brauche ich Platz und Gewichtskapazität im Rucksack!
Durch Corona haben sehr viele Herbergen ihre Pforten geschlossen und es ist echt schwierig, in den wenigen verbliebenen und bezahlbaren Herbergen unterzukommen. Das Wetter wird auch wieder in Richtung Regen abdriften. Mal schauen, was mich und uns da in den nächsten Tagen erwartet...
Uii, das ist ja schön, dass eine deiner Töchter mit dir wandert. Da bin ich ja schon gespannt, wer das wohl sein wird.
AntwortenLöschenIch lese deinen Blog fast täglich. Es macht Spaß, dir so zu folgen.
Weiterhin gutes Gelingen!
Apropos Blasen: das kommt meiner Meinung nach auf das Zusammenspiel von Schuhen, Strümpfen und Füssen an. Wenn alles perfekt passt und dort keine Falten wirft, drückt oder scheuert - wenn quasi der Fuß im Strumpf und Schuh wie angegossen sitzt, entstehen auch keine Blasen.
Hi Sebastian, also das ist sicherlich so, ich vermute aber, dass die Konsistenz des Bindegewebes irgendwie auch eine Rolle spielt. Komischerweise sind es die jungen Leute, die komplett verpflastert sind und Probleme haben. Ich achte aber auch sehr darauf, möglichst keine nassen Strümpfe zu haben. Wenn das wettertechnisch möglich ist, mache ich alle 4 Km ne Pause und ziehe Schuhe und Strümpfe aus und lege sie in die Sonne bis sie trocken sind. Naja, vielleicht übernehmen sich die jungen Leute auch einfach komplett. Mal schauen, wir das dann in der dritten Woche wird . Liebe Grüße Martin
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