7. Etappe - Nie wieder Goretexmembran - Schuhe😳👎👎👎


Nach dem Regentag gestern, war für heute etwas Besserung angekündigt. Allerdings sollte das nur bis mittags gelten. Deshalb stellte ich den inneren Wecker auf 5.30 und pünktlich meldete er sich. 6.30 Uhr war dann Start. Der Olavsweg führte mich zunächst an der Straße entlang, bis es in den Wald ging. Hier hätte ich jetzt Stulpen oder Regenhose brauchen können. Da beides nicht mehr zur Verfügung stand, musste ich da so durch. Eine erste Belastung für die Goretexmembran meiner Wanderschuhe. Als wasserdicht werden sie beworben. 

Nach gefühlten 10 Metern durchs feuchte Gras waren beide Schuhe komplett durch.😳 Das werde ich auf jeden Fall reklamieren, zumal es ja keine Noname Billigtreter sind. Das sind also definitiv Schönwetterwanderschuhe. 

Gut, dass da in Trondheim noch meine Lederstiefel von der Konkurrenz im Auto liegen. Küverlings fahren in vier Tagen in den Urlaub und müssen da hier durch. Da wird sich bestimmt etwas arrangieren lassen... 
Nach der Stock- und Stein Strecke durch den Wald schloss sich ein geschotterter Weg an einem Flüsschen an. Später folgte der Badesee Fløyten, der den Fluss speist. Hier gibt es eine richtig schöne Badestelle mit gepflegtem Rasen und Tischbänken. An einem kleinen Unterstand traf ich auf zwei junge Holländerinnen, die den Olavsweg mit dem Gravelbike absolvieren und dort übernachtet hatten. Ein bisschen Schokolade für die Moral schenkten sie mir, als sie mich später überholten. So sorgt der Olav immer wieder für mich.👍

Nach 10 Kilometern führte der Weg wieder in den Wald. Ein sehr anstrenger und schwer zu belaufener Parcours aus Steinen, Schlamm und Wurzeln. Hier war absolute Konzentration gefragt. Als diese schweren Kilometer geschafft waren, mündete der Weg in einen Waldweg, auf dem sich schon bald die Hütte Lysjøhimet zeigte, eine ganz einfache unbewirtschaftete Herberge bei Kilometer 15 mitten im Wald. Ohne Strom, ohne Wasser, ziemlich angewohnt aber mit einem Ofen. Das war die Chance, die Klamotten trocken zu bekommen. Schnell war der Ofen in Gang gebracht und eine Stunde später war alles wieder trocken. Allerdings nur bis zum nächsten Waldstück 3 Kilometer später. So ging es noch einmal auf und ab, immer durch die Heidelbeeren und schnell war der Vorzustand wieder erreicht. 
Am Ende war mir auch das egal. Nach langen gut 23 Kilometern bin ich gegen 13.30 in der Herberge Sannfredstun angekommen. Vermutlich werde ich wieder allein bleiben. Das ist aber auch okay. Mit sich selbst und allein klarzukommen, das ist auch eine Lektion, die der Pilger sehr rasch gelehrt bekommt. Ich genieße die Stille. Heute bin ich an frischen Elchspuren vorbeigekommen, hab aber bisher keinen Anblick gehabt. Jetzt sitze ich draussen vor dem alten Schulhaus, das als Herberge dient und genieße meinen Cappuccino in vollen Zügen. Heute habe ich die erste Pilgerwoche beendet. Dazu gibt es heute Abend noch ein kleines Fazit.

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