8. Etappe - von Sanfredstun nach Skomakerbakken 23,8 Km
Der heutige Tag begann, wie der gestrige aufgehört hat: mit Nieselregen und verhangenem Himmel. Nach dem Motto "keep him a try" packte ich meine Füsse in Plastiktüten, bevor ich sie in die mühsam über Nacht getrockneten Schuhe steckte. Es sollte beim einmaligen Versuch bleiben. Meine Füsse und Strümpfe waren nach der ersten Walddurchquerung auf einem engen Waldpfad über Stock und Stein genauso nass wie gestern. Diesmal allerdings vom Schweiß.
Zunächst war eine Übernachtung auf dem Campingplatz in Tangen für mich geplant. Das zerschlug sich, als ich per Telefon erfuhr, dass alle Hütten bis auf eine mit dem stolzen Preis von 120 Euro pro Übernachtung schon belegt waren. Das gibt das Pilgerbudget aber nicht her. Blieb also nur die gut vier Kilometer weiter entfernte Herberge auf dem Schuhmacherberg. Zu fünft sind wir hier nun eingekehrt. Außer mir sind Jörg und Elke aus Deutschland, Jane aus Australien und Bente aus Norwegen hier in dieser gemütlichen Pilgerherberge ohne Strom und fließend Wasser. Ricarda kommt wahrscheinlich auch noch. Die Waschgelegenheit im Aussenbereich besteht aus einem Plastiktank mit Wasserhahn. Das macht aber nichts, wir riechen eh alle ähnlich😀.
Im Gästebuch las ich, dass Franzi, eine der beiden Medizinyoungsters hier gestern übernachtet hat. Sie ist also einen Tag vor mir unterwegs.
Wunderbar war der erste Blick auf den Mjøsasee nach der anstrengenden Durchquerung des Waldes. Mein Höhepunkt im Wald war der Anblick eines fliegenden Birkhahns In dem Moment, als wir aus dem Wald kamen, klarte langsam der Himmel auf und die Sonne brachte sich mal wieder in Erinnerung. Etwa 5 Kilometer Asphalt und Schotter bis Tangen strapazierten wieder die ohnehin schon mürben Knochen.
Beim Spar in Tangen wurden die Lebensmittelvorräte aufgefrischt. In meinem Korb landete neben Instandnudeln, Schokolade, Apfel, Banane und Studentenfutter ein frischer Salatmix von der Theke, der gleich verzehrt wurde und die nötigen Energiereserven aktivierte für die letzten Kilometer. Der Kirche in Tangen statteten wir auch noch einen Besuch ab. Sie war aber leider zu.
Die Herberge ist ein bisschen einfacher gestrickt aber verfügt immerhin über eine bequeme Ledercouch, auf der Jane und ich nun den wohlverdienten Pilgerkaffee trinken und jetzt mit unseren Handys beschäftigt sind.
Der Tag war anstrengend aber im Team haben wir all die Strapazen gut geschafft. Morgen geht es weiter gen Hamar zu Bente in die Herberge Herkestad Gard. Da gibt es ein Salbeifußbad gratis für Pilger.👍
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