14. Etappe - Rehacenter Ringen - Johannesgard 19 Km
Heute kam das "Original norwegische Wetter" wieder zurück. Also etwa 16-18 Grad und Regen. Von den Temperaturen her eigentlich ideal. Den Regen braucht man allerdings nicht. Naja, sei's drum, ich habe mein Tagespensum geschafft.
Nach einer erholsamen Nacht und dem Konsum des einen oder anderen YouTube Filmchens im TV des Krankenzimmers am gestrigen Abend, gab es ein leckeres Frühstück im Speiseraum, ein Apfel und eine Banane wanderten auch noch in meinen Rucksack. Wegzehrung für eine wieder teilweise anstrengende Etappe.
Zunächst fand die Serpentinenstrecke des Vortrages ihre Fortsetzung bis auf den Bergsattel, das bedeutete also noch einmal gut 100 Höhenmeter auf den ersten zwei Kilometern. Gut, dass ich da noch frisch war.👍😁. Danach setzte sich der Weg fort durch ein paar Siedlungen. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der leichte Nieselregen eingesetzt, der sich immer wieder zeitweise in starken Regen veränderte.
Aber mit Hilfe von Regenjacke und-hose (Danke nochmal Dennis👍😁) war das gut zu ertragen.
Beim anschließenden Marsch durch ein abgeholztes Stück Wald und mannshohes Gras und Unkräuter, war dann für die Schuhe gleich wieder Endstation, was die Dichtigkeit betraf. Aber daran kann man sich gewöhnen. Irgendwann fühlen sich die Füße nicht mehr nass an. Nachdem ich die Rodung und ein anschließendes Wandrandstück durchquert hatte, führte der Weg auf Schotterstraßen weiter. Immer wieder gab es zwischendrin Starkregen aber immer wieder auch genau in diesen Momenten eine Unterstellmöglichkeit. So blieb ich unter der Regenbekleidung halbwegs trocken.
Der Schotterweg führte erst hinab und dann wieder herauf bis zum Peak der Etappe mit einer traumhaften Aussicht und einer Pilgerbank. Ein paar Blümchen zierten die Bank, frisches Wasser im Kanister stand für den Pilger bereit und zu allem Überfluss brachte mir eine sehr nette ältere Dame ein Pilgereis.
Davon hatte ich schon in diversen Büchern gelesen, es aber in dem Moment nicht auf dem Schirm gehabt. Leider luden das regnerische Wetter und die diesige Sicht nicht dazu ein, hier länger zu verweilen.
So machte ich mich dann bald wieder auf den Weg, der nun sachte nach unten führte bis zum Ort Brøttum. Hier gibt es eine Kirche und einen Joker Supermarkt. Beide nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Im Joker konnte ich ein paar Kleinigkeiten und einen Coffee for free erstehen. Das tat gut und wärmte den doch etwas ausgekühlten Pilger. Beim Kaffee gab es noch Nachschlag, das Pappbecherchen war aber auch klein! Inzwischen gab es die nächste Schlagregenepisode, die ich noch abwartete, bis ich in Richtung Kirche weiterzog und den Stempel in meinen Pilgerausweis drückte. Leider ist die Kirche nur sonntags und mittwochs geöffnet. So gibt es nur Fotos von der Aussenansicht.
Nach der Kirche habe ich dummerweise ein Wegzeichen übersehen und musste so noch einmal zurück laufen. Von der Abzweigung an, führte der Weg durch eine Art Naturlehrpfad. Es ging leicht bergab, einige Norweger waren mit dem Traktor unterwegs und kamen mir mit einem Anhänger voller Bänke entgegen, die ihren Platz entlang des Pfades finden sollten. Die künftigen Pilger wird es freuen.
Nach gut 18 Kilometern erreichte ich endlich die ersehnte Abzweigung zu meiner Herberge Johannesgard. Aus den Pilgerführern wusste ich, dass es hier noch einmal "hinauf" geht. Dass es aber dermaßen anstrengend werden würde, hatte ich nicht geahnt. Meinen Puls trieb dieser Aufstieg bei sehr nassen Terrain noch einmal in die Höhe, aber irgendwie habe ich auch das geschafft. Nun stehen weitere 19 Kilometer und fast 500 Höhenmeter im Pilgerbuch. Ich habe mich doch recht schnell in meinen ganz persönlichen Rhythmus gefunden und auch die Einsamkeit auf dem Weg war weniger schlimm als vermutet.
Die Herberge Johannesgard gehört zu den besten Quartieren auf dem ganzen Weg. Es gibt eine eigene kleine Kapelle und den beiden Gastgebern ist der Geistliche Input für ihre Gäste auch sehr wichtig.
Noch bin ich heute allein hier, aber ich habe auch die kürzeste Distanz gehabt. Alle, die die offizielle Distanz laufen, also vom Campingplatz in Steinvik aus, müssen einige Kilometer mehr unter die Füße nehmen. Ich habe mir ein schönes Einzelzimmer ausgesucht und hoffe, ich bekomme meine Schuhe über Nacht trocken. Dann freue ich mich schon auf die morgige Strecke nach Lillehammer. Heute werde ich nach zwei Wochen Pilgerschaft wieder ein bisschen rechnen und ein kleines Fazit ziehen😉!
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